Herkunft/Verbreitung:
Herkunft unbekannt, vermutlich alte österreichische Sorte. 94 Prozent der Anbaufläche sind im Burgenland.
Charakteristik:
Mittlere Ansprüche an den Boden, unbedingt südliche, windgeschützte Hanglagen. Spätreifend. Geringe Fäulnisanfälligkeit.
Wein:
Diese österreichische Spezialität liefert einen in der Jugend ungestümen, tieffruchtigen Rotwein, der durch die Lagerung samtiger und geschmeidiger wird und zusätzliche Facetten gewinnt.
Weitergehende Informationen zum Blaufränkisch:
Der Blaufränkisch, auch Lemberger oder Blauer Limberger (klassischer Name), ist eine rote Rebsorte.
Erstmals nachweisbar war die Sorte im 18. Jahrhundert in Österreich, danach tauchte sie auch in Deutschland unter der Bezeichnung Lemberger oder Limberger auf. In Württemberg ist sie die vierthäufigste aller Sorten. In Bulgarien heißt sie Gamé (ist jedoch, was lange vermutet wurde, nicht mit Gamay identisch), in Italien Franconia (was auf einen Ursprung in Franken hindeutet), in Ungarn Kékfrankos und in Rumänien "Burgund Mare"
Die Lemberger-Rebe bevorzugt mildes Klima und windgeschützte Standorte. Als früh austreibende Rebsorte ist sie immer vom Spätfrost gefährdet. Je nach Erntezeitpunkt lassen sich aus den Trauben leichte und fruchtige, aber auch tanninreiche Weine mit einer intensiv roten Farbe ausbauen, die einen kräftigen, fruchtigen, charaktervollen Rotwein mit Aromen von Kirschen und Beeren hervorbringt. Seine Lagerfähigkeit ist erheblich. Die vielen Vorzüge dieser Traube zeigen sich auch in Verschnitten mit anderen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Trollinger oder Spätburgunder, denen sie mit ihrer Fruchtigkeit zu mehr Komplexität verhilft. Ein sortenreiner Blaufränkisch ist ein hervorragender Begleiter zu Wildgerichten, stark mit Kräutern gewürzten Gemüsegerichten und Teigwaren sowie zu pikanten Käsesorten.
Die Anbaufläche in Deutschland hat in den letzten Jahren wieder zugenommen und umfasst derzeit (Stand: 1. März 2004) 1.358 ha (= 1,3 % der Rebfläche). Diese liegen fast ausschließlich im Anbaugebiet Württemberg. Seit 1. August 2000 ist die Sorte auch in Franken wieder zugelassen.
Die Anbaufläche in Österreich umfasst 2.640 ha, das entspricht 5,44% der gesamten Rebfläche und bedeutet den zweiten Rang unter den roten Trauben, nach dem Zweigelt. Davon werden 94% im Burgenland angebaut, wo die Sorte speziell im Weinbaugebiet Mittelburgenland , das deshalb auch Blaufränkischland genannt wird, einige der besten österreichischen Rotweine hervorbringt. Das kontinentale Klima mit seinen langen trockenen Sommern sorgt für hervorragende Traubenqualität, wobei die tiefgründigen Lehmböden den tiefwurzelnden Rebstöcken ermöglichen, die extrem niederschlagsarme Zeit gut zu überstehen. Dabei wird der österreichische Blaufränkische entweder reinsortig ausgebaut oder gerne mit dem Zweigelt zu einer Cuvée verschnitten. Weitere wichtige österreichische Anbauflächen sind im Weinbaugebiet Carnuntum bei Göttlesbrunn und im Südburgenland am Eisenberg.
Die Ungarn bauen die Rebe als Kekfrankos hauptsächlich im Weinbaugebiet Sopron, am Südufer des Neusiedlersees, am Plattensee (Balaton) und im südlichsten Weinbaugebiet Ungans, in Villàny, an. Dort erbringt die Rebe, die auch oft als Gamay noire oder Nagyburgundi abgefüllt wird, seine national besten Ergebnisse. Der Kekfrankos hat auch weitgehend den Kadarka im Egri bikavér (Erlauer Stierblut) als Trägersorte abgelöst.
Der Lemberger ist im Weinberg recht pflegeleicht, da er sich durch einen geraden Wuchs nach oben auszeichnet.
Synonyme: Lemberger, Limberger, Crna Frankovka (hr), Kekfrankos (hu)